Frühtodpädagogik (Basiskurs)
| Zielgruppen: | Pädagogen, Hebammen, Ergotherapeuten, Interessierte |
|---|---|
| Fachrichtung / Kategorie: | Pädagogik, Psychologie, Entspannung |
Fortbildung "Frühtodpädagogik (Basiskurs)" am Standort München
Frühtodpädagogik ist ein ganzheitlicher, handlungsorientierter Fachansatz für frühe Verluste rund um Schwangerschaft, Geburt und Familie. Der Ansatz verbindet Pädagogik, Trauerwissen, Familiensystem, Körper- und Sinneswahrnehmung, Stabilisierung, Erinnerung, Sprache und konkrete Handlungssicherheit. Die Teilnehmenden lernen unter anderem zu verstehen, welche Verlustformen in den Bereich der Frühtodpädagogik fallen und warum frühe Verluste fachlich, gesellschaftlich und psychosozial relevant sind.
Würde, Sprache und Handlungssicherheit nach frühen Verlusten rund um Schwangerschaft, Geburt und Familie sind dabei ein wichtiger Bestandteil. Das Seminar soll nicht nur informieren, sondern Teilnehmende befähigen, in ihrem eigenen Arbeitsfeld sicherer, würdevoller und handlungsorientierter mit frühen Verlusten umzugehen.
Termine, Kontakt, Veranstaltungsort
Termin(e)
| – |
| Kurszeiten | Samstag | 09.00–16.00 Uhr | ||||
| Sonntag | 09.00–16.00 Uhr | |||||
| Stundenanzahl | 16 UE | |||||
| Kosten | 320,00 € | 96 | ||||
| Finanzierungsmöglichkeiten | ||||||
Fördermöglichkeiten
Karriere fördern lassen & Kosten sparen: Informieren Sie sich über Ihre Möglichkeiten – vom Bildungsgutschein über Weiterbildungsstipendium bis hin zu bundeslandspezifischen Fördermitteln.
Alle Förderprogramme im Überblick.
Inhalte
zu dem Kurs Frühtodpädagogik (Basiskurs).• Fachliches Fundament und erste Selbstreflexion: Frühe Verluste verstehen, einordnen und in der eigenen Haltung reflektieren
• Einstieg, eigene Haltung und Grundverständnis
• Einstieg in das Thema Frühtodpädagogik
• Eigener Umgang mit Tod, Trauer, Verlust und Sprachlosigkeit
• Unsicherheiten, Bilder und Berührungsängste
• Warum die eigene Haltung fachliches Handeln beeinflusst
• Frühtodpädagogik als ganzheitlicher, handlungsorientierter Fachansatz
• Erste Abgrenzung zur klassischen Sternenkind- und Trauerbegleitung
• Frühe Verluste – Begriffe, Formen und Häufigkeiten
• Frühe Verluste rund um Schwangerschaft, Geburt und Familie
• Fehlgeburt, kleine Geburt, stille Geburt, Totgeburt und Neugeborenentod
• Medizinisch indizierter Schwangerschaftsabbruch und Fetozid als mögliche medizinische Realität
• Palliative Geburt bzw. Weitertragen bei infauster Diagnose
• SIDS (Plötzlicher Kindstod) als besondere Ausnahmesituation
• Häufigkeiten und Statistiken als fachliche Orientierung
• Warum Zahlen wichtig sind, ohne individuelles Erleben zu relativieren
• Kritische Einordnung gängiger Begriffe wie „Sternenkind“
• Die individuelle Sprache der Familie respektieren und achten
• Besondere Formen früher Verluste, z. B. biochemische Schwangerschaft, Windei, Missed Abortion, habituelle Aborte, Eileiterschwangerschaft oder Vanishing Twin
• Medizinische Grundorientierung, Risikofaktoren und mögliche Verläufe
Umfang:
• Medizinische Grundorientierung ohne medizinische Beratung
• Ursachen, Risikofaktoren und Diagnosen sensibel einordnen
• Umgang mit elterlichen Schuldgefühlen
• Fehlgeburt zu Hause oder in der Klinik
• Abwartender, medikamentös unterstützter oder operativer Verlauf
• Ausschabung bzw. operative Versorgung
• Stille Geburt
• Kaiserschnitt in besonderen Situationen
• Medizinisch indizierter Schwangerschaftsabbruch
• Palliative Geburt bzw. Weitertragen
• Neugeborenentod
• Körperliche Themen: Geburt, Wochenbett, Milcheinschuss und leere Arme
• Hormonelle Umstellung und Hormonabfall
• Besondere Belastungen bei habituellen Aborten, unklaren Befunden oder unerwarteten Diagnosewechseln
Ziel:
• Die Teilnehmenden verstehen grundlegende mögliche Verläufe und Belastungen.
• Sie wissen, warum medizinische Abläufe für Familien nicht nur sachliche Vorgänge, sondern biografisch bedeutsame Erfahrungen sein können.
• Sie können körperliche Themen wie Wochenbett, Milcheinschuss, leere Arme und hormonelle Umstellungen sensibel einordnen, ohne medizinische Beratung zu übernehmen.
• Recht, Organisation, Bestattung und Klinikrealität
Umfang:
• Personenstand, freiwillige Beurkundung und Namensgebung
• Mutterschutz, Schutzfristen, Rechte, Kündigungsschutz und arbeitsrechtliche Grundlagen
• Hebammenhilfe und Nachsorge
• Bestattungspflicht und Bestattungsrecht als bundeslandabhängiges Thema
• Bestattungsmöglichkeiten im Überblick: Erd-, Feuer-, Urnen-, See-, Wald-/Baum-, Natur- und alternative Bestattungsformen im Rahmen der jeweiligen rechtlichen Zulässigkeit
• Gemeinschafts- bzw. Sammelbestattung, Einzelbestattung und individuelle Abschiedsformen
• Sonderfall Fehlgeburt zu Hause
• Herausgabe, Aufbewahrung, Transport und Übergabe des Kindes im Überblick
• Aufbahrung zu Hause
• Klinikabläufe und Zuständigkeiten
• Typische Schnittstellenprobleme zwischen Klinik, Eltern, Bestattung und Verwaltung
• Schutzräume, sensible Symbole und belastende Umgebungsreize
• Informationspflicht, Angebotspflicht und Dokumentation im Überblick
• Grenze: Orientierung statt Rechtsberatung
Praxis-/Fallbezug:
• Reale Fallbeispiele aus Klinik, Zuhause und dem Übergang zur Bestattung
• Analyse typischer Informationslücken: „Was hätte diese Familie in diesem Moment gebraucht?“
• Fallarbeit zu Zuständigkeiten: Wer muss wann informiert, einbezogen oder weiterverwiesen werden?
• Kurze Schnittstellenübung: Klinik – Eltern – Pathologie – Bestattung – Standesamt
• Eltern bleiben Eltern – das verstorbene Kind als Teil der Familienbiografie
Umfang:
• Hilfreiche und verletzende Sprache – Floskeln und ihre Wirkung
• Bewusster Umgang mit Begriffen wie „verloren“, „Fötus“, „Sternenkind“ oder „nicht intakt“
• Wahrheit ohne Härte
• Entscheidungen ermöglichen, ohne zu drängen
• Selbstwirksamkeit statt Entmündigung
• Montessori-Gedanke im Ausnahmezustand: „Hilf mir, es selbst tun zu können.“
Praxis-/Fallbezug:
• Arbeit mit realen Fallbeispielen
• Formulierungsübungen
• Kurze Rollenspielsequenzen zu Erstgespräch, Unsicherheit, Ablehnung und Schuldgefühlen
Ziel:
• Die Teilnehmenden entwickeln mehr Sicherheit in Sprache, Haltung und konkretem Handeln im Ausnahmezustand.
Teilnahmevoraussetzungen
Der Seminar richtet sich an Fachkräfte und unterstützende Personen, die beruflich oder ehrenamtlich mit Familien in Berührung kommen, die einen frühen Verlust rund um Schwangerschaft, Geburt oder frühe Elternschaft erleben. Ebenfalls für folgende Berufsgruppen geeignet: Ergotherapeuten, Physiotherapeuten, Hebammen, Pflegefachkräfte, Ärztinnen, pädagogische Mitarbeiter, Heilpädagogen, Mitarbeiter an Frühförderstellen, Mitarbeitende in Beratungsstellen, Fachkräfte aus Gynäkologie, Geburtshilfe, Neonatologie und Wochenbettbetreuung, Hospiz- und Trauerfachkräfte, Seelsorgende, Bestatter, ehrenamtlich Tätige im Bereich früher Kindstod und Familienunterstützung.
Die Fortbildung ist interdisziplinär angelegt. Medizinische, therapeutische oder rechtliche Spezialkenntnisse werden nicht vorausgesetzt. Auch selbst Betroffene können an der Fortbildung teilnehmen. Voraussetzung sind Eigenverantwortung, ausreichende innere Stabilität sowie ein persönlicher und emotionaler Abstand zum eigenen Erleben, (empfohlen, mind. 1 Jahr seit dem Schicksalsschlag) der eine fachliche Auseinandersetzung mit den Kursinhalten ermöglicht.
Weitere Daten und Informationen
| Kursziel / Abschluss | Teilnahmebescheinigung |
| Dozent | Anna-Maria Böswald |
| Veranstaltungsort |
Döpfer Akademie Fort- und Weiterbildung
München
Würzburger Straße 4
80686 München
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| Zielgruppe | Pädagogen, Hebammen, Ergotherapeuten, Interessierte |
Noch Fragen?
Weitere Services und Informationen zu Ihrer Fortbildung:
| Kursbeginn Januar 2027 | ||
| 16.01.2027–17.01.2027 | iCal | |

Anreise mit der Deutschen Bahn
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